Recht sicher auf den Punkt gebracht.

Anwalt und Kommunikation

Mit der Mandanten-Information steht Anwälten ein wirksames Instrument für das Content-Marketing ihrer Kanzlei zur Verfügung. Ein Überblick zeigt, was dabei zu beachten ist.

 

Von Thomas Rothenstein, Ass.jur, ProJurTexter-Rothenstein.

Mit fachbezogenen Themenbeiträgen für sich zu werben, ist Rechtsanwälten grundsätzlich nicht fremd und insbesondere die Mandanten-Information ist ein schönes Beispiel für ein sogenanntes Content-Marketing, das sich im Portfolio eines jeden Konzeptes für die Außendarstellung einer Kanzlei wieder finden sollte.

 

Eine Mandanten-Information eignet sich bestens, um bei potentiellen Mandanten positiv Aufmerksamkeit zu erregen: Mit einem Thema, das die Leser unmittelbar betrifft, Probleme benennt und Lösungen aufzeigt und zwar in einer Sprache, die die Leser verstehen, also nicht in einem für sie unverständlichen Juristen-Deutsch.

 

Mit anderen Worten: Jedem Anwalt, dem es gelingt ein für Laien interessantes Rechtsthema verständlich auf den Punkt zu bringen, ist die Zuneigung der Leser (und Leser sind Mandanten!) so gut wie sicher.

 

Angefangen bei klassischen Service-Themen, wie Urlaub, Unfall, Arbeitsverhältnis und Familie sorgen zudem die Gerichte mit neuen Urteilen sowie neue Gesetze und Verordnungen verlässlich dafür, dass ein Mangel an Anlässen für eine Mandanten-Information nahezu ausgeschlossen ist.

 

Die Mandanten-Information kann auf der eigenen Kanzleihomepage platziert werden, oder als Beitrag in einem Themenschwerpunkt der regionalen oder auch überregionalen Presse auftauchen. Wer seine Mandanten-Informationen unter der Rubrik „Rechts-Tipp“ firmieren lässt, sollte dafür sorgen, dass der Tipp auch immer am Ende des Textes für den Leser klar ersichtlich ist.

 

Die Bestandsmandate können über einen Verteiler mit Print-Exemplaren oder als PDF mittels Email mit den wichtigen Informationen versorgt werden. Ein Blog, Facebook und Twitter bieten zudem weitere Möglichkeiten der Verbreitung, bzw. Verlinkung auf die eigene Homepage.

 

Über jede Mandanten-Information gehört eine griffige und ansprechende Überschrift, die neugierig macht und dazu animiert weiter zu lesen.

Der Text selbst folgt einem klaren Aufbau, der es dem Leser ermöglicht, dem Gedanken des Autors zu folgen und die Aussage des Textes problemlos zu erfassen.

Der Stil einer Mandanten-Information ist der Nachrichtenstil. Also bitte keine Spannungsbögen aufbauen, sondern kommen Sie direkt zum Kern der Sache.

Die einzelnen Aspekte des Themas werden nach Wichtigkeit in absteigender Reihung abgehandelt, wobei ein Absatz einen Gedanken beinhalten sollte.

 

Informieren Sie die Leser klar, einfach und ansprechend in kurzen Sätzen. Verwenden Sie Hauptsätze und aktive Verben. Vermeiden Sie lange, geschachtelte Sätze, die den Leser zum mehrmaligen lesen des Textes zwingen, um die darin enthaltene Information überhaupt aufnehmen zu können.

 

Nach dem sogenannten „Gesetz der drei Sekunden“ kann nämlich ein Leser einen Gedanken höchstens drei (Lese-) Sekunden behalten, dann springt die Aufmerksamkeit um; drei Lesesekunden umfassen etwa zwölf Silben oder drei bis vier Wörter.

 

Zudem haben sich die Lesegewohnheiten durch Social Media und die Nutzung des Smartphone grundlegend verändert: Texte werden entweder nach relevanten Inhalten gescannt oder nur noch überflogen (sogenanntes „skimmen“), aber nicht mehr im eigentlichen Sinne gelesen.

 

Die Sätze Ihres Textes sollten der grammatisch vorgesehenen Rangordnung folgen, d.h. Hauptsachen müssen in Hauptsätzen stehen, Nebensachen in Nebensätzen. Ihre Leser orientieren sich nämlich unbewusst bzw. automatisch an dieser grammatischen Abstufung; daher gibt es sie ja auch.

 

Für jede Mandanten-Information gilt, dass sie sich an Laien wendet und nicht an ein juristisch gebildetes Publikum. Die juristische Fachsprache und ihre Fachbegriffe sind daher, wo immer möglich, durch ein allgemein verständliches Deutsch zu ersetzen.

 

Schreiben Sie zum Beispiel nicht „kausal“, wenn Sie „ursächlich“ verwenden können oder „konkludent“, wenn „stillschweigend“ gemeint ist.

 

Vergessen Sie zum Schluss des Textes nicht, den Lesern Kontaktmöglichkeiten anzubieten, um sich problemlos mit dem Autor in Verbindung setzen zu können.

 

 

 

Viele Grüße, Ihr ProJurTexter-Rothenstein. Der Texter für Anwälte.

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