Werden Sie doch einfach mal persönlich!

Anwalt und Kommunikation

Ist auf der Website Ihrer Kanzlei auch viel die Rede von "Wir" und "unseren Mandanten"?

Dann lesen Sie, wie Sie mit einer direkten Anrede Texte für Ihre Besucher attraktiver machen.

Von Thomas Rothenstein, Ass.jur, ProJurTexter-Rothenstein.

Noch bevor der Anwalt seinem neuen Mandanten zum ersten Mal Auge in Auge gegenüber tritt, hat das erste Gespräch zwischen beiden bereits lange vorher statt gefunden. Nein, nicht am Telefon, wie Sie jetzt vielleicht denken, sondern auf der Website der Kanzlei. Dort verschaffte er sich nämlich einen ersten Eindruck davon, ob es sich lohnt, zum Hörer zu greifen und einen Termin zu vereinbaren.

 

In einer Vielzahl der Fälle sieht man sich allerdings mit Texten konfrontiert, in denen viel von „Wir“, „unsere Kanzlei“ und „unsere Mandanten“ die Rede ist.

 

Mit anderen Worten: Der Leser selbst bleibt außen vor. Von ihm ist nur indirekt die Rede.

Vermeintlich seriös, in Wirklichkeit aber distanziert im Tonfall, verzichtet der Text darauf, den Leser selbst mit der von ihm gewünschten Rechtsberatung oder Interessenvertretung in eine direkte und für ihn positive Beziehung zu bringen.

 

Was viele beim Schreiben vergessen: Ein Text ist immer ein vorausgedachtes Gespräch zwischen Autor und Leser – und wer unterhält sich schon mit seinem Gegenüber in indirekter Anrede?

 

Nehmen Sie den Leser daher mit einer direkten Anrede für sich ein; halten Sie ihn nicht auf Distanz, sondern bereiten Sie den fruchtbaren Boden für ein folgendes Gespräch unter vier Augen.

 

Reduzieren Sie „Wir“ und „unsere“, und verwenden stattdessen vermehrt die Wörtchen „Sie“, „Ihnen“ und „Ihr“.

 

Denn mehr noch als der Kauf eines Produktes ist die Inanspruchnahme einer Dienstleistung eine sehr persönliche Angelegenheit – zumal bei einer Rechtsberatung oder Interessenvertretung.

 

Nehmen wir dazu folgendes Beispiel:

„Seit 20 Jahren beraten wir unsere Mandanten im Familienrecht.“

 

Dem Leser wird es vermutlich egal sein, wie lange Sie schon als Familienrechtler dabei sind. Da es noch andere Kollegen gibt, die genauso lange erfolgreich durchgehalten haben, ist das im Übrigen auch kein Alleinstellungsmerkmal.

 

Sprechen Sie den Leser besser direkt an und rücken den Nutzen bei dieser Gelegenheit gleich mit in den Vordergrund.

 

Unser Beispiel könnte dann wie folgt aussehen:

„Als Fachanwälte für Familienrecht helfen wir Ihnen sicher und verlässlich bei der Gestaltung neuer Lebensabschnitte, wie zum Beispiel mit einem Ehevertrag oder durch eine Scheidungsfolgenvereinbarung.“

 

Sie werden vielleicht fragen: Und was ist mit den 20 Jahren Berufserfahrung und allen anderen Mandanten, die bereits erfolgreich beraten wurden?

 

Auch das bauen wir mit ein:

„Als Fachanwälte für Familienrecht helfen wir Ihnen sicher und verlässlich bei der Gestaltung neuer Lebensabschnitte, wie zum Beispiel mit einem Ehevertrag oder durch eine Scheidungsfolgenvereinbarung. Vertrauen auch Sie dabei unserer Erfahrung aus 20 Jahren familienrechtlicher Praxis.“

 

Jetzt haben wir alle mit im Boot: Den Leser, Ihre Kanzlei, die Mandanten (eingebunden mit dem Wörtchen „auch“ ) und den konkreten Nutzen Ihres Angebots.

 

Der Griff zum Telefon, um einen Termin zu vereinbaren, ist da fast schon garantiert.

 

Also, werden Sie doch einfach mal persönlicher in der Ansprache – Ihre Leser werden es Ihnen danken!

 

Viele Grüße, Ihr ProJurTexter-Rothenstein. Der Texter für Anwälte.

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