Anwalt im O-Ton. Teil 3.

Anwalt und Kommunikation

Kürzer, klarer, interessanter - die bessere Pressemitteilung.

Von Thomas Rothenstein, Ass.jur, ProJurTexter-Rothenstein.

Im dritten und letzten Teil unserer kurzen Serie schauen wir uns an, wie eine Pressemitteilung idealer weise aussieht.


Zur Erinnerung: Redakteure erreichen eine Vielzahl an Mitteilungen, die darum konkurrieren, Eingang in die nächste Ausgabe zu finden. Und immer sitzt der Redaktionsschluss im Nacken.

Im Zweifel bleibt Ihnen daher wenig Zeit, um mit Ihrer Pressemitteilung einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

 

Was also gibt den Ausschlag?

Ihre Pressemitteilung ist kürzer, klarer und interessanter als der Rest.


Das heißt, die Überschrift der Pressemitteilung macht neugierig und animiert zum Weiterlesen. Und bereits im ersten Absatz geben Sie Antworten auf die für einen Journalisten alles entscheidenden „6 W“:


Wer ist betroffen?

Was ist passiert?

Wann ist es passiert?

Wo ist es passiert?

Wie ist es passiert?

Warum ist es passiert?

 

Ihre Kerninformation, also das Wichtigste, steht immer am Anfang, danach kommen Informationen nur noch in absteigender Reihenfolge ihrer Wichtigkeit. Mit Hintergrundinformationen runden Sie die Pressemitteilung ab. Und am Schluss stehen die vollständigen Kontaktdaten. Denn es muss klar ersichtlich sein, wie der Redakteur den zuständigen Ansprechpartner erreichen kann, um bei Nachfragen schnell die gewünschten Informationen zu erhalten.

Bieten Sie die Presseinfo zudem in einer dem Redakteur vertrauten Form an: 35 Zeichen je Zeile. Das entspricht in etwa der Breite einer Spalte in der Zeitung.

Der Umfang der Pressemitteilung sollte maximal zwei Blatt á 30 Zeilen zu 35 Zeichen betragen, das sind rund 2.000 Zeichen inklusive Leerzeichen.

 

Ein Überfliegen der Mitteilung muss reichen, um sie ohne großes Nachlesen von hinten nach vorne kürzen zu können. Journalisten sind dies von der Arbeit mit Nachrichtenagenturen so gewöhnt.

 

Schreiben Sie klar, einfach, ansprechend in kurzen Sätzen. Verwenden Sie Hauptsätze und aktive Verben. Ihr Stil ist der Nachrichtenstil, also keine Spannungsbögen aufbauen, sondern kommen Sie direkt zur Sache. Für Anwälte ist es eine besondere Härte, aber: kein Juristendeutsch. Und Fachbegriffe sollten nur dort verwenden werden, wo es auch wirklich nötig ist. Denken Sie immer daran, dass Sie nicht für die Kollegen oder den Richter schreiben. Gehen Sie sparsam mit Abkürzungen um, schreiben Sie Berufe/Titel immer aus und nennen Sie Namen/Funktionen vollständig. Vergessen Sie nicht, konkrete Termine (Tag und Datum) anzugeben.

 

Zusammengefasst: Bedienen Sie Ihre „Kunden“ in den Redaktionen stets informativ, kurz und schnell.

 

Wer all das beherzigt, bevor er seine Pressemitteilung per E-Mail abschickt oder ins Fax einlegt, der wird sicher gute Chancen haben, dass seine Mitteilung bei der Auswahl berücksichtigt wird.

 

Am Schluss sei noch einmal darauf verwiesen, dass Pressearbeit eher auf die lange Distanz als auf die Kurzstrecke ausgelegt ist. Andere verstehen das Handwerk auch, darüber sollte man sich keine Illusionen machen. Und manchmal ist das angebotene Thema zunächst nicht gefragt – aber man erinnert sich und Ihr nächstes Angebot bekommt den Zuschlag. Gerade deswegen ist eine nachhaltig gute Arbeit so wichtig: Qualität bleibt auf Dauer nicht unbemerkt.

 


Viele Grüße, Ihr ProJurTexter-Rothenstein. Der Texter für Anwälte.

Sie haben die ersten beiden Teile noch nicht gelesen? Dann schauen Sie doch mal hier.