Mein Anwalt hat#s gezwitschert!

Anwalt und Kommunikation

Wenn VW den Diesel manipuliert und Kachelmann gegen BILD gewinnt - Social Media bietet Anwälten neue Möglichkeiten, um auf sich und das eigene Know-how aufmerksam zu machen.

Von Thomas Rothenstein, Ass.jur, ProJurTexter-Rothenstein.

Das Urteil in einem vielbeachteten Prozess ist verkündet und noch bevor es über den Ticker der Agenturen läuft, setzt der Anwalt einen Tweet – so geschehen im Prozess um die Schadenersatzansprüche des Jörg Kachelmann gegen BILD.

 

Man sieht: Social Media Plattformen wie Twitter eröffnen Anwälten neue Möglichkeiten sich auf dem Feld der PR in eigener Sache umzutun.


Grundsätzlich bieten sich mit Twitter, Facebook oder XING der Außendarstellung juristischen Know-hows neue Kanäle den potenziellen Mandanten genau da abzuholen, wo ihn der Schuh drückt. Wie sich am Fall des Skandals um die mittels Software manipulierten Dieselmotoren des VW-Konzerns bestens zeigen lässt.

Denn anders als bei Jörg Kachelmann sind bei den manipulierten Motoren Tausende von Verbrauchern betroffen, die bange Fragen hinsichtlich Betriebserlaubnis und Wert ihrer Dieselfahrzeuge stellen.

 

Wer beizeiten gelernt hat, beim Schreiben konsequent durch die Brille des Mandanten zu schauen und sich jenseits seiner juristischen Sprachebene artikulieren kann, der wird auf viele interessierte Leser stoßen, die erfahren wollen, was es in der aktuellen Situation an Handlungsmöglichkeiten für sie gibt.

 

Verhindert Twitter schon aufgrund seiner natürlichen Beschränkung auf 140 Zeichen ausufernde juristische Ausführungen, bleibt der schlechte Geschichtenerzähler auf einer Plattform wie Facebook schlichtweg auf der Strecke, wenn er seine Leser mit einem ellenlangen Bandwurm aus lehrbuchartigen Ausführungen zum Kaufrecht und Zitat-Wüsten aus einschlägigen Entscheidungen des BGH drangsaliert.

Und wer mehrere Kanäle bedient, braucht ein Konzept und Überblick. Vom Tweet zum Blog zum Eintrag auf Facebook oder Gruppenbeitrag auf XING: Die Inhalte müssen sich wie bei einer aktiven Veränderung der Darstellung einer Website für das Tablet oder Smartphone an die verschiedenen Formate anpassen. D. h. lesbar bleiben und die Botschaft der Geschichte darf nicht verloren gehen. Das gelingt aber nur, wenn Sie als Autor/-in wissen, was Sie erzählen, wem Sie es erzählen und vor allem, wo Sie es erzählen.

 

Und denken Sie immer daran auf Augenhöhe mit ihrer Zielgruppe zu bleiben, denn das Leseverhalten und die Aufmerksamkeitsspanne unterscheiden sich je nach Medium über das Sie ihre Geschichte zu Gehör bringen wollen.

 

Ein Tweet kann ein perfekter „Küchenzuruf“ sein (Beispiel: „Krauses haben im Lotto gewonnen!“), mit dem man beim Leser Aufmerksamkeit erregt und sein Interesse weckt, um ihn dann zum Blog auf der Homepage und/oder aktuellen Post auf der Facebook-Seite der Kanzlei zu führen.

 

Social Media bietet Anwälten somit die Möglichkeit über mehrere Kanäle hinweg interessante Inhalte an die gewünschte Zielgruppe zu kommunizieren und in einen Dialog zu treten, der am Ende vom Interesse sogar zum Mandat führt.

Viele Grüße, Ihr ProJurTexter-Rothenstein. Der Texter für Anwälte.

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