Likes und Tweets - Anwalt goes Social Media

Kanzlei im Netz

Mit Facebook, Twitter oder XING bieten sich Anwälten Möglichkeiten digitaler Präsenz über die Homepage hinaus, um mit potentiellen Mandanten in einen Dialog zu treten.

Von Thomas Rothenstein, Ass.jur, ProJurTexter-Rothenstein.

Mittels Smartphone, Tablet oder Desktop durchstreifen wir tagtäglich und ganz selbstverständlich das Internet auf der Suche nach Informationen. Wir tummeln uns auf Facebook und Co. , um mit Freunden oder Bekanntschaften in Verbindung zu bleiben. Posten Bilder des letzen Urlaubs auf Instagram oder teilen uns über 140 Zeichen auf Twitter der Welt mit.

 

Und verbringen dabei so einen nicht unerheblichen Teil unserer (Lebens-)Zeit auf den Plattformen sozialer Netzwerke. Ein Umstand, den sich Industrie, Handel und Dienstleister längst zu nutze gemacht haben, um mit eigenen Auftritten auf das Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Man setzt nicht mehr nur auf die Unternehmens-Homepage als alleiniger Präsenz im Netz, um mit seinen Kunden in Kontakt zu treten, sondern holt die gewünschte Zielgruppe genau da ab, wo sie die meiste Zeit im Netz verbringt.

 

Auch für Anwälte und Kanzleien eröffnen sich Möglichkeiten mittels eigener Auftritte auf sozialen Netzwerken potentielle Mandanten zu erreichen. Man denke zum Beispiel nur an die Bereiche des Verkehrs- oder Reiserechts. Wie gesagt, im privaten Leben sind wir mit diesen Plattformen längst vertraut - warum sie also nicht für die eigene Kanzlei nutzbar machen?

 

Bevor man allerdings seine Präsenz im Netz ausweitet, ist es geboten, sich ein paar Gedanken zur Zielrichtung und den Besonderheiten der Formate zu machen.

 

Während auf Facebook sowohl Privates als auch Berufliches neben- und miteinander ihren Platz finden, liegt der Schwerpunkt bei XING klar auf beruflichen Belangen und bietet ganz andere Möglichkeiten über strategisch geknüpfte Kontakte und Mitgliedschaften oder gar der Initiierung einer eigenen XING-Gruppe Mandanten an die Kanzlei heranzuführen. Twitter wiederum bietet die Möglichkeit, bei aktuellen Themen mit einem Tweet auf sich aufmerksam zu machen oder mittels eines prägnanten Hashtags gar selbst eine Diskussion in Gang zu bringen.

 

Content kann konzertiert über alle Formate publiziert und mittels externer Links verknüpft werden. So lässt sich ein Blog auf der Website mit der Seite auf Facebook verlinken. Die Reichweite von Content wird so erhöht und man ist immer gleichzeitig auf mehreren Kanälen präsent.

Aber: alle Kanäle, die man öffnet, müssen auch mit entsprechendem Content nachhaltig bedient werden, um auf den einzelnen Plattformen wirklich Präsent zu sein und Rückmeldungen zu bekommen. Und es steigert natürlich die Anforderung an das Content-Management, da Inhalte gezielt auf die Kanäle verteilt werden müssen.


Bei einem Format wie Twitter, das aufgrund der Begrenzung auf 140 Zeichen einen schnellen Umlauf von Inhalten befördert, bedeutet dies, dass es im Zweifel besser sein kann keinen Twitter Account einzurichten anstatt alle Jubel-Jahre einmal einen Tweet zur Reform des Mietrechts zu setzen.

 

Daher sollte jeder Auftritt als ein Baustein im Gesamtkonzept für die Außendarstellung der Kanzlei angesehen werden.

 

Um welchen Baustein man das Konzept letztlich erweitert, ist dann aber auch eine Frage des Geschmacks und des gewünschten Aufwands an Zeit, der neben der eigentlichen Kernarbeit in der Kanzlei aufgebracht werden soll.

 

Es wäre allerdings angesichts der absehbaren Entwicklungen der Unternehmenspräsenzen im Netz ein Fehler, sich grundsätzlich dieser Medien zu verschließen. Anwälte sollten daher die Möglichkeiten, die ihnen über Social Media geboten werden, nutzen, um auf sich und ihr Know-how aufmerksam zu machen.

Viele Grüße, Ihr ProJurTexter-Rothenstein. Der Texter für Anwälte.

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