Anwälte texten besser mit Plan - dem Text-Fahrplan!

Anwalt und Kommunikation

Ob Blog oder die neuesten Infos für Mandanten - wie Anwälte abseits gewohnter (Text-) Pfade nicht die Orientierung verlieren.

Von Thomas Rothenstein, Ass.jur, ProJurTexter-Rothenstein.

Klageschrift, Gutachten und Briefwechsel. Anwälte bewegen sich auf ihnen gut bekannten Pfaden, wenn es um die tägliche Arbeit mit dem Rohstoff Lebenssachverhalt geht. Als Praktiker können sie zudem auf unzählige Hilfen in Form von Formularbücher und Texthilfen der Bürosoftware zurückgreifen, die Textbausteine und Formulierungsbeispiele bereithalten.

 

Abseits dieser Pfade ist der Anwalt aber meist auf sich gestellt.

 

Sei es beim Befüllen der Kanzlei-Homepage, beim Aufsetzen eines Blogs oder Infos für die Mandanten in Form eines Newsletter. Jetzt muss nicht nur sprachlich umgedacht werden – Zielgruppe ist nicht der Richter oder Anwaltskollege! – sondern auch der Textaufbau und die Gliederung folgen eigenen Regeln.

 

Denn mit einem falschen Aufbau oder Gliederung können Sie Ihre Leser verwirren, Thema und Aussage laufen Gefahr unklar zu bleiben.

 

Wie aber gelingt jetzt gutes Texten?

 

Zu allererst: lassen Sie den Computer am Besten erst einmal ausgeschaltet. Schreiben Sie nicht einfach drauflos. So verlieren Sie nur Zeit und produzieren unverständliches Durcheinander, das später mühsam wieder geordnet werden muss.

Nehmen Sie stattdessen Papier und Stift und machen sich eine Skizze - den Text-Fahrplan.

 

Was ist das Thema über das Sie schreiben wollen und welche Aspekte sollen deutlich werden?

Zu jedem Aspekt notieren Sie die dazugehörigen Stichpunkte.

Die Anzahl der Aspekte bestimmt die Anzahl der Absätze. Als Faustregel gilt: Ein Aspekt, ein Absatz.

Gehören mehrere Aspekte zusammen, bilden diese einen Absatz.

 

Als nächstes gilt es die Absätze zu ordnen. Mit welchem Aspekt wollen Sie beginnen? Grundsätzlich muss das Wichtigste im ersten Absatz stehen. Danach kann weiter nach Bedeutung und Wichtigkeit gegliedert werden oder chronologisch jeweils abhängig von der Art des Textes.

 

Wenn Sie so vorgehen, knüpfen Sie in aller Regel ganz von selbst den gerne zitierten „rote Faden“ in Ihrer Geschichte.

 

Schreiben Sie dagegen einfach nur drauflos und sortieren danach erst Ihre Gedanken, brauchen Sie erfahrungsgemäß zwei – bis dreimal mehr an Arbeitszeit für die Fertigstellung des Textes als mit einem Text-Fahrplan. Sie sparen also rund 70 Prozent an Arbeitszeit. Zeit, die Sie für die Fallbearbeitung gewinnen, oder noch besser, die Sie nach der eigentlichen Arbeit in der Kanzlei in Ihre Freizeit investieren können.


In diesem Sinne: viel Spaß beim Arbeiten mit dem Text-Fahrplan!

Viele Grüße, Ihr ProJurTexter-Rothenstein. Der Texter für Anwälte.

Weiterlesen? Dann wäre „Anwalt, erzähl mir was!“ passend.



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